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Sinzig ist Fairtrade-Stadt
Sinzig ist Fairtrade-Stadt

15. März 2019

Fairer Einkauf ist machbar!

Verwaltung und Wirtschaft können verantwortlich einkaufen!

Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmenden des Vortrages „Chancen und Möglichkeiten der öko-sozialen Beschaffung“ am 6. Februar im Rathaus der Stadt Sinzig. Bei der öko-sozialen Beschaffung geht es um menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Vermeidung von Kinder- und Sklavenarbeit und den Schutz der natürlichen Umwelt. Eigentlich sollten diese Forderungen selbstverständlich sein, sind sie doch in den international gültigen ILO-Kernarbeitsnormen festgelegt, wie Achim Trautmann – Regionalpromotor für öko-soziale Beschaffung des BUND Koblenz – erläuterte. Da die öffentliche Hand ein großer Auftraggeber ist und jährlich Waren für ca. 500 Milliarden Euro einkauft, hat sie eine große Marktmacht und eine wichtige Vorbildfunktion bei der öko-sozialen Beschaffung. Mit anschaulichen Beispielen erläuterte Trautmann die Möglichkeiten einer fairen Beschaffung: So ist es schnell umsetzbar, Verwaltungen und Büros auf 100 % nachhaltiges und umweltschonendes Recycling-Papier umzustellen. Garantie dafür geben entsprechende Siegel und Gütezeichen wie der blaue Umweltengel. Dies schont jeden zweiten bis fünften Baum, der in der Papierindustrie zu Papier verarbeitet wird und auch viele Urwälder, die durch Raubbau bedroht sind. Siegel und Zertifizierungen finden sich noch in vielen anderen Bereichen, die in Ausschreibungen gefordert werden können. Verwaltungen und Handwerksbetriebe sollten bei der Beschaffung von Natursteinen auf die Auszeichnungen von Xertifix oder fairstone achten, da diese nicht unter ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt werden und die regelmäßig auf die Einhaltung der Kernarbeitsnormen kontrolliert werden. Auch die IT-Branche hält Ansätze für öko-sozialen Einkauf bereit: „Niedersachsens Landesbetrieb beschafft für alle 19.000 Polizeiarbeitsplätze faire Computermäuse und das Bistum Köln zieht mit 700 fairen „Kirchenmäusen“ nach!“, berichtet Trautmann. Textilien, wie zum Beispiel Arbeitskleidung können mittlerweile bei fairen Anbietern beschafft werden. Ein gelungenes Beispiel ist die Stadt Bonn, die die Dienst- und Schutzkleidung für ihre städtischen Mitarbeiter fair einkauft. Trautmann erläuterte zum Ende seines Vortrages ausführlich die rechtlichen Grundlagen für die öko-soziale Beschaffung. Diese sind auf EU-, Bundes- und Landesebene verankert. Es steht also den Kommunen nichts im Wege, entsprechende Kriterien bei der Beschaffung und bei Ausschreibungen vorzugeben. Die Stadt Sinzig hat ihre Klimaschutzmanagerin mit dieser Aufgabe betraut und möchte in Zukunft sozial-ökologisch und klimaneutral beschaffen. Weitere Unterstützung bei der Umstellung der Beschaffung hat Achim Trautmann der Stadt und der Fairtrade-Steuerungsgruppe zugesagt: ein weiterer Vortrag zu diesem Thema wird voraussichtlich am 9. Mai im Stadtrat der Stadt Sinzig durchgeführt. Gerne berät er auch Handel und Wirtschaft bei der Umstellung auf faire und umweltfreundliche Beschaffung.